Christoph Rokitta

Preisträger BDA PREIS BERLIN 2018

Wohnungsneubau an der Schillerpark-Siedlung

Berlin

Christoph Rokitta

Wohnungsneubau an der Schillerpark-Siedlung

Berlin
Projekt
Wohnungsneubau an der Schillerpark-Siedlung
Architekt
Bruno Fioretti Marquez Architekten
Bauherr
Berliner Bau- und Wohnungsgenossenschaft von 1892 eG

Das neue Ensemble genossenschaftlichen Wohnungsbaus in Wedding ist ein ausgezeichnetes Beispiel für eine der zentralen Bauaufgaben: urbanes und bezahlbares Wohnen. In räumlich-konzeptioneller Reaktion auf den städtischen Kontext der Wohnsiedlung vis-à-vis und auf die Schiller-Siedlung von Bruno Taut, einer UNESCO-Welterbe Siedlung wenige Blocks weiter, ist zugleich eine Anlage entstanden, die in kritischer Reflexion das Erbe zeitgenössisch fortschreibt.

Anstelle einer reinen Zeilenbebauung schufen die Architekten eine blockartige Bebauung, um die städtebauliche Situation und den Wohnhof zu stärken. Die inversen Eck-Bildungen erlauben Zugang in das Blockinnere und zugleich markieren sie subtil den Übergang von der Straße zum halböffentlichen Hofraum. An der Süd-Ecke wurde ein Café angesiedelt, somit konnte Monofunktionalität vermieden und stattdessen ein wichtiger Treffpunkt im Quartier geschaffen werden. Die Anlage folgt dem geraden Straßenverlauf zur Barfusstraße ebenso wie zur geschwungenen Schwyzer Straße, so dass eine ortspezifische U-Form den grünen Innenhof umschließt. Neben Ein- bis Vier-Zimmer Wohnungen (Durchsteckwohnungen) bietet die Anlage auch eine Senioren-WG und barrierefreie Wohnungen. Das komplexe Programm ist in einheitlicher Gestaltung gelungen zusammengefasst, wobei die hellen Baukörper einen regelmäßigen Fassaden-Rhythmus aufweisen, der hofseitig lediglich zwischen zwei Loggien- und Fenster-Formaten variiert. In seiner nachhaltigen Materialität mit monolithischer Bauweise, Putz und Holzfenstern knüpft die Anlage an die historischen Nachbarn an, ohne ihre Backsteinfassaden zu übernehmen. Die sehr differenzierte Detaillierung wird bei den Fenstern, Loggien und Hauseingängen spürbar sowie bei den Treppenhäusern, die durch den seitlich angeordneten Luftraum eine angenehme Aufweitung erfahren.

Einem vielfältigen Raumangebot wird mit wohltuender Einfachheit begegnet, was intensiven Austausch zwischen der Bau- und Wohnungsgenossenschaft und ihren Architekten vermuten lässt – und ein Gewinn ist für die Bewohner, das gesamte Quartier und den sozialen Wohnungsbau.
Prof. Dr. Annette Menting, Mitglied des Preisgerichts

Preisträger

BDA PREIS BERLIN 2018 – Auszeichnungen BDA PREIS BERLIN 2018